1950 geboren in Köln
1970 − 1975 Studium: Germanistik
und Pädagogik in München
seit 1980 Studien der theoretischen
und praktischen Grundlagen der Malerei
seit 1993 Ausstellungen
in München und Umgebung
seit 1995 fotografische Studien

lebt und arbeitet in München



Das Entstehen eines Bildes ist ein Dialog zwischen unterschiedlichen Materialien in ihrer sichtbaren materiellen Präsenz und meinen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, die in das Bild hinein fließen. Sie durchdringen sich gegenseitig, ergänzen und bereichern sich, fügen sich in einer spannungsreichen Beziehung zusammen, um letztlich in ihrer Ganzheit zur eigentlichen Kraft zu finden. Der Wunsch nach immer wieder neuen Ausdrucksformen in meinen Bildern basiert nicht auf einem Plan oder Konzept, sondern entsteht spontan und intuitiv, aus einer mit Logik nicht zu erklärenden Motivation. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Materialien, die ich verwende. Je nach Art des Auftrags entsteht eine mehr oder weniger reliefartige, spröde, manchmal aufgeraute und rissige Oberfläche, die ich dann weiter bearbeite und in Verbindung mit anderen Stoffen wie Eisen, Blei, Holzplatten, Draht, Schellack, Papieren etc. zu einem Bild werden lasse. In vielen meiner Materialcollagen kommt dem Eisen, welches durch den Prozess des Rostens eine ganz eigene ästhetik entwickelt, eine besondere Bedeutung zu. Die intensiven Farbtöne des Rostes in den unterschiedlichsten Schattierungen von dunkel bis hell verändern sich je nach Lichteinfall und fügen dem Bild eine eigene Lebendigkeit hinzu, durch die im Zusammenwirken mit der Oberflächenstruktur des Bildes die Vergangenheit spürbar wird.
So wie das Bild aus reiner Intuition entsteht, so ist auch die Botschaft, die das Bild vermittelt intuitiv und nicht durch den Intellekt zu entschlüsseln und setzt voraus, dass der Betrachter sich offen und ohne Vorurteil darauf einlässt. Welche Gefühle und Bilder es in ihm hervorruft, ist bedingt durch seine ganz eigene subjektive Geschichte.



Mauern

Mauern von Menschen geschaffen, schützend und begrenzend. Makellos stehen sie da. Vom ersten Augenblick an den Einwirkungen von Zeit und Mensch ausgesetzt. Der Prozess der Verwandlung beginnt. Die Zeichen der Zeit hinterlassen ihre Spuren. Spuren in Form von Buchstaben, Zahlen und Symbolen, die eingeritzt oder gemalt, isoliert oder zusammenhängend ihren Platz finden. Zeichen als unmittelbarer Ausdruck von Kraft und Gefühlen, die in uns leben und aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche dringen. Liebe, Gewalt, Hoffnung und Ängste. Wie ein Buch großer und kleiner Gefühle. Zeichen, die mit dem Abblättern von Mauerflächen und Rissigwerden von Farbschichten allmählich verblassen oder ganz verschwinden, um durch neue ersetzt zu werden. Wir werden konfrontiert mit Gegenwart und Vergangenheit, mit dem Zyklus von Verfall und Erneuerung, mit den Grenzen unseres Seins. Mauern stehen da, stark und scheinbar unbeugsam in ihrer Begrenzung. Und doch spüren wir eine stille Aufforderung, sie zu überwinden, in uns eine Vorstellung zu erschaffen von einer Unendlichkeit jenseits der Grenzen, der Grenzen des eigenen Seins, der Grenzen in uns und die Wahrnehmung zu schärfen für die Dinge, die nur sichtbar werden, wenn wir sie wirklich anschauen



Zeit ist Raum
Raum ist Zeit

Zeit verändert den Raum
Raum beinhaltet Zeit

Raum und Zeit fließen ineinander, verschmelzen zu einer Einheit.
Alles, was wir betrachten, befindet sich in einem ständigen Fluss, in einem Prozess der Wandlung, auch wenn wir es anders wahrnehmen. Was in diesem Moment ist, ist schon vorüber, ist schon Vergangenheit, nur Spuren bleiben. Spuren, die uns Geschichten erzählen, die etwas in uns berühren und uns helfen, tiefer einzudringen in die Vergangenheit, um besser zu verstehen. Spuren auf Mauern, in Gebäuden , im vom Menschen errichteten Raum. Spuren, Wunden, Narben in der Natur, verursacht durch menschliches Eingreifen. Und die oft unsichtbaren Spuren in der Seele der Menschen.